Bei der Osteoporose – auch genannt „Knochenschwund“ – kommt es durch einen Mangel
an Knochenmasse zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Knochenbrüchen. Dies kann
die Sterblichkeit und Anfälligkeit für Krankheiten (Morbidität und Mortalität) im Alter stark
beeinflussen. Prädisponierende Faktoren sind dabei vor allem der veränderte
Hormonhaushalt bei Frauen. Durch eine Abnahme von Östrogen nach der Menopause,
werden die knochenbildenden Zellen (Osteoblasten) nicht mehr genug stimuliert, bzw. die
Knochenabbauzellen nicht gehemmt (Osteoklasten). Auch fehlende Belastung wie
Bettlägerigkeit, Mangel an Bewegung sowie die chronische Einnahme von bestimmten
Medikamenten (Cortisol) begünstigt die Entwicklung der Osteoporose.

Das Risiko für die Entwicklung von Osteoporose wird außerdem noch begünstigt durch
(übermäßigen) Konsum von Alkohol und Nikotin (Nikotin sorgt für einen schnelleren Abbau von
Östrogenen, Alkohol hemmt die knochenbildenden Zellen).

Zur Diagnose einer Osteoporose bestimmt man die Knochendichte. Diese kann mittels
eines DXA Scans (Lendenwirbelsäule & Oberschenkelknochen spielen
eine besondere Rolle, weil sie bei Osteoporose zuerst betroffen sind) sowie einer
Röntgen-Bildgebung ermittelt werden.

 

Kann man Osteoporose vorbeugen und seine Knochendichte erhöhen?

Die kurze Antwort ist: JA! Besonders in jungen Jahren durchgeführte regelmäßige
körperliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf die Knochendichte. Frauen haben bis
zum 25. Lebensjahr den größten Einfluss, Männer bis zum 30. Lebensjahr. Danach nimmt
– parallel zur Abnahme der Sexualhormonproduktion – auch die Knochendichte langsam,
aber stetig ab. Diesen Prozess kann man nur dann verlangsamen bzw. aufhalten, indem
man dem Knochen regelmäßig einen Stimulus zum Erhalt der Knochenmasse bietet.

In Studien wurde nachgewiesen, dass hierbei sehr intensives Training am
effektivsten ist. Hierunter zählt vor allem Krafttraining mit schwerem Gewicht (mit richtiger
Ausführung!) sowie explosive Power-Übungen (zum Beispiel Sprints). Ausdauersportarten
wirkten sich nur auf die Körperareale positiv aus, die bei der Bewegung am meisten
belastet werden (zum Beispiel Sprunggelenk bei Läufern), während bei Kraftsportlern
besonders die großen Knochen (Hüfte, Oberschenkel, Wirbelsäule) durch das Training
positiv beeinflusst wurden.

Durch den Reiz werden einerseits die Osteoklasten gehemmt (durch erniedrigte
Produktion des Proteins Sclerostin) sowie Osteoblasten durch die Ausschüttung
eines Signalfaktors (genannt IGF-1) stimuliert.

Kann man Osteoporose mittels Training behandeln?

Studien haben gezeigt, dass auch bereits betroffene Patient*innen (insbesondere Frauen!) ihre Knochendichte signifikant erhöhen und pathologische Knochenbrüche vorbeugen können, wenn sie 3x wöchentlich intensives Training ausüben.
Das Training mit Gewichten ist effektiver als jenes mit dem eigenen Körpergewicht!
Auch für Männer stellt Krafttraining die bestmögliche Methode dar, um Osteoporose zu
Verhindern und zu behandeln. Allerdings haben sie den Vorteil, dass sie viel höhere Mengen
Testosteron im Körper haben. Testosteron ist ein direkter Aktivator der Osteoblasten und
viel stärker in seiner Wirkung als Östrogen. Deshalb sind Frauen auch häufiger von
Osteoporose betroffen und gerade deshalb ist es für sie so wichtig, regelmäßig
Krafttraining zu machen.

Osteoporose und Frakturprophylaxe

Neben der ausreichenden Bewegung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin ist die
Zufuhr von Calcium (1.000-1.500mg nach Rücksprache mit dem Arzt!!) sowie Vitamin D3
(zusammen mit K2, damit es in den Knochen ankommt) essentiell. Merke: Ohne
körperliche Bewegung und Zufuhr von K2, ist die Einnahme von Calcium und D3 nutzlos!

 

 

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9927006
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4214007/
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1359/jbmr.1999.14.1.120/full

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